Beiträge mit dem oder über den Königsteiner Waldkindergarten
Königsteiner Woche vom 22. Juni 2011
Zum Online-Artikel in der Königsteiner Woche, KW 25, Seite 7 geht's hier...
"Trullige Trolle" bleiben ein Waldkindergarten Falkenstein (vo) - "Heute habe ich erfahren, dass auch das letzte offizielle Gremium - die Stadverordnetenversammlung - unseren Wunsch positiv beschieden hat, wir bauen ein eigenens Gebäude neben dem Bürgerhaus, unterhalb der Grundschule Falkenstein!", freute sich am Samstag die Vorstandsvorsitzende des Königsteiner Waldkindergartens e. V., Bettina Becker. Im Zeichen dieser Nachricht konnte beim Jubiläumssommerfest zum zehnjährigen erfolgreichen Bestehen des Waldkindergartens am Wochenende zugleich auf eine positive Zukunft angestoßen werden. Doch wozu benötigt eigentlich eine solche Einrichtung ein eigenes Gebäude, gehört es doch zur Philosophie, bei Wind und Wetter in der Natur unterwegs zu sein?! "In dem Neubau soll es zwei Gruppenräume geben, die wir als Schutzräume nutzen, wenn der der Aufenthalt im Wald aus Sicherheitsgründen unmöglich ist, also bei Schneebruch, Gewitter oder Orkanböen. Außerdem soll es dort ein Büro, ein Materiallager sowie eine kleine Küche geben, in der das Mittagessen im Rahmen der Mittagsbetreuung ausgegeben wird. Alles in allem werden es wohl rund 125 Quadratmeter werden", beschrieb Becker die Raumplanung und stellte klar: "Auch mit dem Haus bleiben wir ein echter Waldkindergarten!" Bisher waren die besagten Räumlichkeiten in zwei Bauwagen im Wald und im "Pädagogischen Institut Falkenstein" untergebracht, dieses muss aber bis zum Ende des Jahres verlassen werden: "Insofern haben wir es mit dem Neubau sehr eilig und hoffen, dass wir alles rechtzeitig schaffen," so Becker. Ein eigenes Gebäude - das ist auch für die Gründerin des Waldkindergartens, Sina Stingl, ein großer Entwicklungsschritt. Sie hatte in den 1990er Jahren auf einer Umweltmesse einen Vortrag gehört und war sich schnell sicher: "Wenn ich mal Kinder habe, sollen die in einen Waldkindergarten gehen! Vier Jahre später war es so weit, nur gab es in Königstein leider keine derartige Einrichtung". Kurzerhand gründete Sina Stingl die "Trulligen Trolle" und musste mit ihrer innovativen Idee zunächst viel Überzeugungsarbeit leisten: "Damals konnten vor allem Behörden mit dem Begriff "Waldkindergarten" noch nicht viel anfangen. Das ist heute glücklicherweise anders und die Zusammenarbeit mit der Stadt Königstein funktioniert gut", fasste sie den Entwicklungsprozess zusammen. Während die "Trulligen Trolle" anfangs nur von zehn Kindern besucht wurden, und Sina Stingl gemeinsam mit einer Erzieherin selbst noch täglich in den Wald ging, konnten schon nach einem Jahr eine zweite Gruppe gegründet und weitere Erzieher eingestellt werden. Heute besteht der Waldkindergarten aus zwei Gruppen mit je 18 Kindern und vier Erzieherinnen, außerdem gibt es zehn "Waldzwerge" im Alter von zwei bis drei Jahren, die sich zwei Mal die Woche treffen, um die Natur zu erkunden. "Es ist unser Konzept, die Kinder intensiv mit der Natur vertraut zu machen und sie dafür zu begeistern. Es gibt kein Spielzeug im klassischen Sinn, sondern die Kinder basteln sich selbst Spielutensilien aus natürlichen Materialien, basteln und spielen in der Natur", definiert Becker die Philosophie, die sich großer Begeisterung seitens der Eltern erfreut, so dass die Wartelisten für Neuzugänge sehr lang sind. Die Organisatoren und die Besucher des Jubiläumssommerfestes hatten so viele Gründe, sich zu freuen: Das Reichenbachtal wurde unter fleißiger Elternbeteiligung mit Fotos aus der zehnjährigen Geschichte der "Trolle" und Lampions dekoriert, Regenschutzzelte aufgebaut und ein erstklassiges Finger-Food-Büfett angerichtet, zur Unterhaltung gab es ein Puppentheater und die Kinder, die den Kindergarten nun in Richtung Grundschule verlassen, konnten ihre selbstgebastelten Schultüten präsentieren. Trotz großer Ferienlaune mussten am Samstag sowohl die Eltern als auch der Festbesucher Bürgermeister Leonhard Helm beweisen, dass nicht nur die Waldkindergartenkinder wind- und wetterfest sind: Heiterer Sonnenschein und prasselnde Regenschuer wechselten sich beständig ab, im Wald hatten trotzdem große und kleine "Trolle" ihren Spaß.Frankfurter Neue Presse vom 04. Dezember 2010
Neue Heimat für Waldkinder Die Trulligen Trolle wollen bauen – Jetzt braucht der Verein rund 300 000 EuroVon Thomas Scholz Die Kündigung für ihre festen Räume haben die «Trulligen Trolle» bereits auf dem Tisch liegen. Einen Rettungsplan gibt es zwar schon, doch dazu brauchen sie die Hilfe der Königsteiner Politiker. Falkenstein. Wenn es stürmt oder wie in diesen Tagen bitter kalt ist, wärmen sich die «Trulligen Trolle» im ehemaligen Pädagogischen Institut auf. Doch dem Betreiberverein des Waldkindergartens wurden nun die Räume gekündigt. Ab 1. Januar kann das Hessische Immobilienmanagement mit zweimonatiger Frist den Auszug verlangen, zum 31. Dezember des kommenden Jahres ist auf jeden Fall Schluss. Doch der Vereinsvorstand und Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) haben einen Rettungsplan entwickelt. Der Verein will selbst bauen. Rund 130 Quadratmeter benötigen die «Trulligen Trolle» für 36 Kindergartenkinder und zehn «Waldzwerge» im Alter von zwei bis drei Jahren. Waldnah muss das Gebäude sein, denn nur bei Sturmwarnung oder extremen Temperaturen zieht sich der Waldkindergarten in feste Gemäuer zurück. Zu jeder anderen Zeit sind die drei Gruppen in und um zwei Bauwagen mitten im Wald zu Hause, und das soll auch zukünftig so bleiben. Bauherr werden Ein geeignetes Gebäude fand der Vorstand daher nicht. So entstand in Zusammenarbeit mit Bürgermeister Helm die Idee, selbst zu bauen. Ein geeignetes stadteigenes Grundstück wurde am Bürgerhaus zwischen Bolzplatz und Schule gefunden. Hier lässt sich ein entsprechendes Haus bauen. In Frage kommen dafür beispielsweise eine Holzmodulbauweise oder auch Fertighäuser, aber kein Massivbau, erklärte die Vereinsvorsitzende Bettina Becker. «Im Vorstand sind wir vier Mütter und haben nicht die Zeit, einen Innenausbau zu beaufsichtigen.» Schnell muss es außerdem gehen, denn theoretisch kann jederzeit das Aus für die Benutzung der derzeitigen Räume kommen – auch wenn damit niemand ernsthaft rechnet. Zu lange schon versucht das Hessische Immobilienmanagement vergebens, für das ehemalige Institut einen Käufer zu finden. Doch der Vorstand will für alle Fälle gewappnet sein und schnellstmöglich in die eigenen vier Wänden ziehen. Die Holzmodule beispielsweise seien innerhalb von neun Wochen lieferbar. «Bis zum Sommer könnten wir im eigenen Haus sein.» Die Baukosten werden auf 300 000 Euro geschätzt. Doch bevor der Verein bauen kann, müssen erst die Königsteiner Politiker zustimmen. Die CDU brachte im Ausschuss für Haushalt und Finanzen (HFA) einen entsprechenden Antrag ein. Sie will dem Verein das gewünscht Grundstück kostenlos in einer nutzungsbezogenen Erbpacht überlassen. Außerdem soll die Stadt für den Kredit bürgen, wie Bürgermeister Helm erläuterte. «Ein Kindergarten kann kein Grundkapital anhäufen, sondern nur die laufenden Kosten aufbringen.» Daher wollen die Christdemokraten auch den städtischen Zuschuss pro Kind und Monat um 40 Euro erhöhen, um Zinsen und Tilgung des Kredits zu gewährleisten. Die Eltern sollen daran den «üblichen Zuschuss» von 37,5 Prozent tragen. Der Rathauschef hält dies für eine gute Investition. «Der Waldkindergarten ist ein schöner Kindergarten und für uns als öffentliche Hand auch noch ein preiswerter.» In der Sitzung des HFA am Donnerstagabend wurde der Vorschlag im Rahmen der Haushaltsanträge von Renate Herberholz (CDU) vorgebracht. Nun haben die Fraktionen bis zur Sitzung am kommenden Donnerstag Zeit, um sich eine Meinung darüber zu bilden, ob sie den Trulligen Trollen auf diese Art helfen wollen. Artikel vom 04. Dezember 2010
Taunuszeitung vom 20. Juli 2010
Trolle suchen neues Zuhause Waldkindergarten wird PI wohl räumen müssen. Mit einem Musiktheater haben die "Trulligen Trolle" des Waldkindergartens unlängst beim Sommerfest ihre Eltern begeistert. Von Katja Schuricht Falkenstein. Die Überraschung war gelungen: Die 36 Mädchen und Jungen des Waldkindergartens "Trullige Trolle" hatten für ihre Eltern zum Sommerfest das Märchen "Schneewittchen und die 7 Zwerge" als Musiktheater einstudiert. Ein von der Regie hervorragend gewähltes Thema, sind Trolle und Zwerge doch quasi Kollegen, agieren auf Augenhöhe. Zur Belohnung gabe es für die "Blumentrolle" und die "Zapfentrolle" wie auch für ihre Gäste im Waldbistro Leckeres vom Vollwert-Fingerfood-Büffet. Zum krönenden Abschluss der Freiluft-Fete im "Felsenland" - so haben die Waldkinder ihren Treffpunkt im Falkensteiner Wald am Ende des Reichenbachwegs getauft - feierten die 12 angehenden Schulkinder ihren "Rausschmiss". "Es war ein Rausschmiss im buchstäblichen Sinn", erzählte Ildikó Horváth, stellvertretende Vorsitzende des Vorstands des Waldkindergarten-Vereins. "Die Kinder wurden von den Erziehern mit einem großen Sprung auf eine Matratze in ihr neues Leben verabschiedet." Die 12 frei gewordenen Plätze sind schon vergeben. "Die Nachfrage ist so groß, dass es immer noch Kinder auf der Warteliste gibt", erklärt Horváth. Die Sommerferien sind für das Waldkindergartenteam nicht nur zur Erholung da. "Wir sind auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten für unseren Waldkindergarten", erklärt Ildikó Horváth. Derzeit hat der Verein Räume im ehemaligen Pädagogischen Institut im Reichenbachweg angemietet. Dort treffen sich die Kinder zum Mittagessen. Die Erzieherinnen haben dort auch ein Büro. "Da das Institut jedoch zum Verkauf steht, sehen wir uns jetzt nach neuen Räumen in Falkenstein um. Wir bräuchten zwei Räume für die Kinder, ein Büro für die Erzieher und eine Küche", erklärt Horváth. "Wer geeignete Räume für uns hat, kann sich gerne bei mir unter der Telefonnummer (0 61 74) 20 35 73 melden", sagt Horváth. Im kommenden Jahr wird das Sommerfest der Trulligen Trolle um einiges größer ausfallen. "2011 feiern wir unser zehnjähriges Bestehen", berichtet Horváth. "Dann wollen wir mit allen Ehemaligen und Freunden unseres Vereins feiern."Königsteiner Woche vom 15. Juli 2010
Kühles Sommerfest im Waldkindergarten
Falkenstein (tt) - Ganz Deutschland schwitzt, doch die Trulligen Trolle des Königsteiner Waldkindergartens genossen die erfrischenden Temperaturen im Wald im Reichenbachtal bei ihrem diesjährigen Sommerfest. Wie in den letzten Jahren auch wurde am „Felsenland“ gefeiert.
Nach einer kurzen Begrüßung durch die Leitung und den Vorstand des Kindergartens freuten sich die Kinder, ihren Eltern, Freunden und Verwandten ihren alltäglichen „Spielplatz“ vorzuführen. Zwischenzeitlich konnten sich die Gäste bei einem netten Pläuschchen am reichhaltigen, fantasievollen und vollwertigen Buffet mit kulinarischen Häppchen bedienen.aber die selbstgebastelten Schultüten fangen den Atem des Waldes ein, um ihn zur Umgewöhnung nach den
Ferien spenden zu können. Gestärkt ging es dann zum nächsten Programmpunkt über, den in diesem Jahr die Vorschulkinder gestaltet hatten. Während ihrer Vorschulgruppenarbeit hatten sie das Theaterspielen für sich entdeckt und präsentierten „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ auf der Waldbühne. Die beeindruckende schauspielerische Darstellung ließ so manchen Zuschauer schmunzeln. Auch Bürgermeister Helm, der ebenfalls zum Sommerfest des Waldkindergartens gekommen war, hatte große Freude an dem Schauspiel. Anschließend kam der Höhepunkt des Festes: die Verabschiedung der 12 Vorschulkinder. Sie hatten die Wahl, ob sie mit einem Absprung oder einem Rauswurf aus dem Kindergarten verabschiedet werden wollten. Alle hatten sich für den Absprung entschieden und durchsprangen heldenhaft ein rotes Band, um dann rund einen Meter in die Tiefe zu springen, wo sie sicher von ihren Eltern aufgefangen wurden. Danach präsentierten sich alle 12 Trolle stolz mit ihren selbstgebastelten Schultüten den Gästen und verabschiedeten sich vom Waldkindergarten und dem Sommerfest. Bei den Trulligen Trollen gibt es aber schon bald wieder neue Feste, so sind sie zum Beispiel mit einem Barfußpfad auf dem Burgfest vertreten. Auch die Vorbereitungen für den Weihnachtsmarkt und das 10-jährige Jubiläum im nächsten Jahr sind schon in vollem Gange.
Taunus Zeitung vom 29. März 2010
Waldkinder jetzt Wasserforscher
Arbeit der „Trulligen Trolle“ aus Falkenstein wird mit 3600 Euro gefördert.
Der Waldkindergartenkinder der «Trulligen Trolle» sind unter die Forscher gegangen: Dank einer Spende können die Falkensteiner Kinder jetzt die Natur und vor allem die Bachläufe noch besser untersuchen.
Von Katja SchurichtJetzt besuchte Silvio Graack, Bezirksleiter des Unternehmens Henkel, zu dem Persil gehört, die «Trulligen Trolle» im Falkensteiner Wald, um den Scheck an das Waldkindergartenteam zu überreichen. «Das Projekt gefällt uns sehr», sagte Graack. «Die Kinder lernen den Wald in seiner Funktion der Wasserfilterung kennen und bekommen die Bedeutung des Waldes für die Umwelt und die Zukunft des Menschen nähergebracht.»
Geld ist schon verplant Die Fördersumme von 3600 Euro ist auch schon gut angelegt, wie Stephanie Härich informiert. «Wir haben Mikroskope, Wasserfilter, Teststreifen, Fadenzähler und Ferngläser angeschafft», berichtet sie. «Jetzt können wir mit den Kindern bestens ausgestattet unsere Wasser-Erforschungstouren hier rund um den Reichenbach aufmachen und selbst mikroskopisch kleinste Lebewesen untersuchen.» «Wir freuen uns sehr, dass unser Projektidee für förderungswürdig befunden wurde», so Ildiko Horvath.
3Sat, "vivo", am 04. November 2006
In der TV-Sendung "vivo" wurde folgender Beitrag ausgestrahlt, der im Königsteiner Waldkindergarten gedreht wurde:
"Spielzimmer unter freiem Himmel: Wald- und Naturkindergärten Natur erleben, spielen und toben unter freiem Himmel - in den nordischen Ländern gilt dies schon lange als Lebensqualität. Aus dieser Einstellung heraus entstand vor etwa 45 Jahren der erste Waldkindergarten in Dänemark. In Deutschland dagegen ist das Konzept noch relativ neu. Der erste Waldkindergarten hierzulande wurde 1993 in Flensburg gegründet. Mittlerweile entstehen immer mehr Wald- und Naturkindergärten. Naturkindergarten nennen sich Einrichtungen, die wegen ihrer geografischen Lage ihr Betreuungsprogramm nicht im Wald, sondern etwa am Strand oder in Feldern anbieten. Reine Wald- beziehungsweise Naturkindergärten unterscheiden sich von Regelkindergärten darin, dass sie unter freiem Himmel stattfinden und nicht über ein eigenes Gebäude verfügen. Die Kinder sind also immer draußen: jeden Tag, zu jeder Jahreszeit, bei jedem Wetter. Muss die Gruppe bei einem plötzlichen Wetterumschwung doch einmal Schutz finden, hat sie einen festen Stützpunkt. Das können ein Bauwagen oder einige wenige Räume sein. Dort werden häufig auch Materialien und Geräte gelagert.
Materialdepot und Unterschlupf an
sehr kalten Tagen: Der Waldkindergarten
in Königstein im Taunus nutzt
einen alten Bauwagen.
